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Experiencias migratorias y los fenómenos interculturales
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Aus Russland mit Liebe *
 

von Eliana Mirelman

Juan und sein Bruder Domingo waren aus der weiten Ferne gekommen.

Sie verließen ihr Heimatsdorf, Jerson in der Ukraine, als ihr verwitweter Vater beschloss, wieder zu heiraten.

Da sie mit ihrer Stiefmutter nicht gut auskamen, entschieden die Jungen bei ihrer Schwester in Argentinien zu leben.

 

Aber die Reise von der Ukraine bis Argentinien war damals wirklich eine Odyssee, vor allem wegen ihrer leeren Taschen. Mit ihrer letzten Ersparnissen, kamen sie allein mit dem Zug in Wien an. Dort arbeiteten sie hart, Juan war 13 und Domingo 15 Jahre alt, bei der Anfertigung von Ziegelsteinen. Juan lernte Deutsch sprechen.

Maria hatte einen mehrere Jahren älteren Vetter geheiratet, Manuel, der sie nach Buenos Aires brachte, um dort zu leben.

Manuel half seinen Neffen die Geldsumme für die Schifftickets; in der dritten Klasse, aufzubringen.

Damals war Juan ein 17 jähriger Junge.

Es war nicht einfach sich in einem Land einzugewöhnen, das so verschieden von seinem eigenen und von Wien war.

Er sprach kein einziges Wort Spanisch, war jedoch fest entschlossen zu arbeiten.

Einige Tage nach der Ankunft, als er gerade entlang der Strasse Maipú zu Fuß ging, entdeckte er einen Tierladen. Er mochte die Tiere und entschloss sich dort nach einer Anstellung zu suchen.

Dort suchten sie gerade nach einem Buchhalterhelfer. Juan war, glücklicherweise, gut im Rechnen obwohl er kein Diplom hatte. Er log. Er wurde geprüft und bestand die Prüfung. Er bekam die Arbeitsstelle.

Kaum hatte er sein erstes Gehalt erhalten, nahm er Unterricht in Buchhaltung.

Zu dieser Zeit war er schon mit den Kindern des Ladenbesitzers befreundet und hatte seine Lüge gestanden. Die Freunde brachten ihm die Sprache und die Sitten und Gebräuche des Landes bei. Er kostete „mate“ und „facturas“ (typisches argentinisches Gebäck) und lernte „bombachas“ (breite Hosen) zu tragen und durch fremde Ländereien zu reiten. Mit der Zeit wurde Juan, dankt seiner Intelligenz und seiner Adaptions- und Arbeitsfähigkeiten, Handelspartner und Leiter der Firma und verantwortlich für die ersten Impfungen gegen die Aphthenseuche in Argentinien.

Im Haus von María, wo Juan bis zu seiner Hochzeit, lebte, wurde Spanisch gesprochen , aber auch jiddisch und es wurde gefillte fisch und borsch gegessen, varenikes aus Kartoffeln und blinis und leicaj aus Honig. Die ältere Schwester war die Beschützerin der Identität, der russischen und jüdischen Sitten und Gebräuche. Da die Oma fehlte, war sie diejenige die an ihren Nichten Fanny, Betty und Olga, die typischen Rezepte weitergab.

Betty erinnert sich an den Geruch aus Maria’s Küche; an ihren Hände bei Kneten eines dünnen Teiges, so dünn wie ein Schleier, um den Sauerkirschen- und Apfelstrudeln zuzubereiten und vor allem an das Rezept der Zubereitung von "vichnik" (Sauerkirschenlikör)

Ihr Ehemann kaufte die großen leeren Flaschen in der Weinkellerei Giol. Maria wusch sie sorgfältig und kochte sie ab.

Nachher, saßen die vier am Küchentisch, um die Sauerkirschen zu sortiere, da eine einzige faule Kirsche den Likör verderben kann.

Sie wurden mehrmals mit Wasser gewaschen, nachher musste man die Stiele einzeln Stück für Stück bei 9 Kilos Sauerkirschen entfernen ! Nachher wurden die Flaschen bis zur Hälfte ausgefüllt. Ein Schuss Alkohol und die 3 Kilos Zucker wurde dann hinzugefügt.

Schließlich, wurde der Flaschenhals mit einem feinen Stoff verschlossen, damit die Flasche atmen kann. Jeden Tag wurden die Flaschen in die Sonne eines kleinen Balkons getragen um sie abends wieder hereinzuholen. Man konnte beobachten wie die Flüssigkeit beim Gären schäumte und wie die Kirschen anschwollen. Wenn die Kirschen an der Oberfläche schwammen, war der Likör fertig und wurde mit einem Korken zugestopft.

Aber die Tante ließ ihn ein Jahr stehen um den Geschmack zu steigern.

Und dieser heilige “Guindado“ (Sauerkirschenlikör), befeuchtete die Lippen der Mädchen jeden Freitag.

Sechzig Jahre lang, hat Betty den „Guindado“ für ihre Familie zubereitet. Ihre Töchter, ihre Enkelkinder kennen das Rezept und haben ihn zusammen mit ihr zubereitet.

Die Sauerkirschen sind als Nachtisch bei den Familientreffen unerlässlich. Das jüdisch-russische Vermächtnis lebt noch.

* Traducción de Beatriz Rossi

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